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Was Du schon immer über Mastermind wissen wolltest |
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Was ist Mastermind / Superhirn?Mastermind ist ein Logikspiel für zwei Personen, das 1970 von Mordechai Meirovitz erfunden wurde und an einem speziellen Brett gespielt wird. Es erschien 1971 beim englischen Spieleverlag Invicta Plastics / Leicester, GB, der bis heute die Rechte an dem Spiel besitzt. In Deutschland wurde das Spiel von der Firma Parker Brothers / Salem, USA (heute Hasbro) unter dem Namen Superhirn vertrieben. Die Europäische Sammler Gilde e. V. hat eine feine Übersicht über viele (alle?) bisher erschienenen Mastermind/Superhirn-Spiele veröffentlicht. Die Spielidee ist folgende: ein Spieler, der Kodierer, steckt verdeckt mit farbigen Stiften einen vierstelligen Farbcode, der aus sechs verschiedenen Farben bestehen kann; die Farben können auch mehrfach verwendet werden. Der andere Spieler, der Code-Knacker, versucht anschließend den Code zu erkennen. Dazu steckt er ebenfalls einen Farbcode mit Hilfe der farbigen Stecker. Nach jedem Zug bekommt er von dem Codierer die Information, wieviele Stecker er in Farbe und Position richtig gesetzt hat (wird durch schwarze Marker bezeichnet), und wieviele Stecker er zwar in der richtigen Farbe gewählt, aber an eine falsche Position gesteckt hat (weißer Marker). |
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Welche Strategie ist die beste?Die folgenden Bemerkungen beziehen sich auf das Original-Spiel, bei dem ein vier-stelliger Code aus sechs verschiedenen Farben erstellt wird und jede Farbe mehrfach vorkommen darf. Ein Computerprogramm für die beste Lösungsstrategie Der Informatiker Donald Knuth hat 1977 gezeigt, dass es möglich ist, jeden dieser Farbcodes in maximal fünf Zügen zu ermitteln. "using an algorithm that progressively reduced the number of possible patterns. The algorithm works as follows:
So liest sich eine (ziemlich) perfekte Strategie auf Wissenschaftlich und Englisch. Wer tiefer in die Materie eindringen möchte, dem lege ich noch den Artikel "Finding a needle in a haystack using hints and evolutionary computation: the case of Genetic Mastermind" ans Herz. Auch "Cut the knot!" und "Break the hidden code" können für Spezialisten auf diesem Gebiet noch hilfreich sein. Wie löse ich als unbedarfter Mensch ein Mastermind-Spiel?
Du bekommst das Ergebnis, wenn Du auf das Bild des Spiels oben klickst. Nun ist es natürlich schwieriger, einen Code zu ermitteln, in dem Farben auch mehrfach vorkommen können. Das Prinzip des Annehmens und Ausschließens bleibt jedoch das gleiche. Und allein das wollte ich hier nur mal vorstellen. Weitere hilfreiche Vorgehensweisen beim Code-Knacken Ich habe den folgenden Vorschlag einer Lösungsstrategie von Eric W. Weisstein ausprobiert, er soll in maximal sieben Versuchen immer zum Erfolg führen: "One particular combination that allows the codebreaker to know the code after six guesses (and so require a seventh to reveal his knowledge of the solution) is [1, 2, 2, 1], [2, 3, 5, 4], [3, 3, 1, 1], [4, 5, 2, 4], [5, 6, 5, 6], [6, 6, 4, 3]." Wer sich das ganze etwas ausführlicher und in Englisch zu Gemüte führen möchte, den verweise ich auf ein Tutorial über die Strategie zur Lösung von Mastermind-Codes von Chow Ka Fat (Teil 2, 3, 4, 5, 6, 7) |
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Allein gegen den Computer?Mastermind ist ein Spiel, das man sehr gut allein spielen kann; denn ein Mitspieler wird nur dazu gebraucht, den Farbcode zu kreieren und nach jedem Lösungsversuch die entsprechenden Informationen in schwarzen und weißen Steckern auszugeben. Dazu reicht ein Computerprogramm vollkommen aus, ja, es ist wahrscheinlich sogar geeigneter, da es sich nicht irren kann (sofern es korrekt programmiert wurde). Wenn Du also kein Mastermind- oder Superhirn-Spiel Dein Eigen nennen oder gerade keinen Mitspieler anwerben kannst, dann stöbere in meiner Mastermind/Superhirn-Spiele-Liste nach einem Spiel, das Dir gefällt, und spiele und übe und probiere und studiere, solange und soviel Du willst. |
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Wie sieht das perfekte Online-Mastermind-Spiel aus?Ein perfektes Online-Mastermind-Spiel besitzt folgende Eigenschaften und Funktionen:
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Der bessere Kodierer: Mensch oder Maschine?Gibt es einen perfekten Geheimcode beim Online-Spiel Mastermind/Superhirn? Um diese Frage beantworten zu können, muss ich erst einmal erklären, wie die geheimen Kombinationen in den meisten Online-Mastermind-Spielen überhaupt erstellt werden. Der Computer als Kodierer Nun ist ein Computer-Programm auch von Menschen erstellt und arbeitet somit nach vom Menschen aufgestellten Regeln. Aber wie? Ist denn ein solcher Code nicht perfekt? Wie könnte er noch perfekter sein? Der Mensch als Kodierer Um diese Frage zu klären, möchte ich erst einmal untersuchen, wie ein Mensch einen Geheimcode erstellt. Ich behaupte, dass Menschen in der Regel anders vorgehen. Was ist nun ein Kombinationsmuster? Ein Geheimcode, der nach dem Zufallsprinzip gebildet wird, beschränkt sich in der Regel auf wenige Muster. Ich habe dies statistisch untersucht; es lässt sich jedoch auch mathematisch nachweisen (siehe nächster Abschnitt). So macht man Zufallscodes mit System (nach Leslie H. Ault) Neulich bekam ich das "Mastermind-Handbuch" von Leslie H. Ault (Original: 1976; 1978 im Otto Maier Verlag Ravensburg auf Deutsch erschienen) in die Hand (so was gibt es tatsächlich!). Ault schlägt folgende Vorgehensweise als die beste vor, einen Zufallscode zusammenzustellen (S. 70):
Ich werde versuchen, diese Methode bei Gelegenheit auch mal in ein Programm umzusetzen und sehen, was dabei für Muster herauskommen; nun, es wird auf keinen Fall Codes mit drei oder vier gleichen Farben geben, das ist Fakt. Noch unverständlicher wird dieser Vorschlag, wenn Ault die Lösungserwartung von verschiedenen Code-Mustern statistisch untersucht und dabei feststellt: "Und das heißt nichts anderes, als dass es einfacher ist, einen Code mit gemischten Farben herauszufinden, als einen mit gleichen Farben." (S. 38) Ein maschineller Code-Generator mit menschlichem Maß Wie muss nun ein perfekter elektronischer Mastermind-Geheimcode-Generator arbeiten? Ich denke, genau nach der von Ault gewonnenen Erkenntnis: ein Code sollte möglichst abwechselungsreich und damit weniger vorhersehbar sein. Ein Zufallscode der in 50% der Fälle zwei gleiche Farben oder ein Code der niemals drei oder vier gleiche Farben enthält, ist vorhersebarer als einer, der alle Möglichkeiten in unbestimmter Reihenfolge und Anzahl erstellt. Ich habe nun einen derartigen Geheimode-Generator für Mastermind-Spiele entwickelt und ihn vorläufig in das Mastermind-Spiel von js-games.de eingebaut; Du kannst ihn gleich hier mal testen und untersuchen, ob Du seine Codes schwerer lösen kannst als die des Original-Spiels (natürlich zählt dabei nur der statistische Durchschnitt von wenigstens 100 Spielen jeweils)! Vielleicht hat ja auch mal jemand Zeit und kann die Codes der beiden Varianten je 100 mal von Radu Rosus Code-Löser bearbeiten lassen.
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Statistische Untersuchung der GeheimcodesNun habe ich die Geheimcodes einiger Online-Mastermind-Spiele mit Hilfe eines kleinen Programms auf die Verteilung der möglichen Muster untersucht. Es waren allerdings ausschließlich Spiele, die in Javascript programmiert sind; das sollte jedoch keine Rolle spielen. Wie sieht die Verteilung der möglichen Muster bei einem Code aus, der nach dem Zufallsprinzip gebildet wird? Empirische Untersuchung von Geheimcodes verschiedener Spiele Hier sind meine Ergebnisse in Form einer kleinen Tabelle; ich denke, 1.000.000 Daten/pro Spiel bilden eine solide statistische Grundlage. Verteilung von Kombinationsmustern im Geheimcode
Anzahl der einzelnen Kombinationsmuster im Geheimcode von verschiedenen Online-Mastermind-Spielen (1.000.000 Aufrufe/Spiel) Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Farbe doppelt vorkommt, liegt also bei einer zufälligen Auswahl aller Farben bei über 50%. Vier verschiedene Farben treten mit einer Häufigkeit von rund 28% auf. Viermal die selbe Farbe kommt nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0.5% vor. Berechnung der Verteilung der Kombinationsmuster Tja, ich dachte mir zwar insgeheim, dass man diese Verteilung auch hätte berechnen können, aber da ich in Mathe keine besondere Leuchte bin, habe ich erst gar nicht ernsthaft versucht, bis zu einer entsprechenden Lösung vordringen. Lange Rede kurzer Sinn: Der Mensch, der die Kombinationsmöglichkeiten beim Spiel Mastermind berechnen wollte, bekam letztlich für die 1296 Kombinationsmöglichkeiten (vier Löcher, sechs Farben) folgende Verteilung auf die besagten Muster: Typ1 (1234): (6 über 4) * 4! = 6!/2! = 360 Kombinationsmöglichkeiten Typ2 (1123): 6 * (4 über 2) * 5 * 4 = 720 Typ3 (1122): (6 über 2) * (4 über 2) = 90 Typ4 (1112): 6 * (4 über 3) * 5 = 120 Typ5 (1111): (6 über 1) = 6 Meine Umrechnung auf den jeweiligen prozentualen Anteil ergab - Na? Genau! - exakt die gleichen Werte, die ich mit meinem Testprogramm ermittelt hatte. Nun gut, das ändert jedoch nichts an dem Problem, dass ein per Zufall erzeugter Code überwiegend ein Element doppelt enthält, nämlich in rund 55% der Fälle; die überwiegende Zahl menschlicher Code-Gestalter wird ganz sicher variabler sein. Mein Code-Generator (siehe oben) erzeugt dagegen einen Geheimcode, der im statistischen Durchschnitt alle Muster in etwa gleich oft enthält (jeweils 20%). Links zu den getesteten Spielen und ihre jeweilige Geheimcode-Erstellung (Um zum jeweiligen Spiel zu kommem, bitte auf den Namen der Autorin / des Autors klicken)
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